Hilfe für entkoppelte Jugendliche in Not:
schnell, unbürokratisch, nachhaltig, spendenfinanziert.

Informationen für Jugendämter

Chancen für volljährige Systemsprenger

Unsere Mission lautet, „entkoppelten“ Jugendlichen zu helfen. Wir machen dies professionell als gemeinnützige GmbH seit mehr als 10 Jahren und können zahlreiche Erfolge nachweisen.

CoLab bietet Hilfe für entkoppelte Jugendliche in Not, so genannte „Systemsprenger“.

Daher muss CoLab anders arbeiten, als die klassische Jugendhilfe. Wir können nicht „System“ sein. Unsere Zielgruppe hat einschlägige „Heimerfahrung“. Daher haben wir nur dann eine Chance, diese Jugendlichen zu erreichen, wenn sich unser Angebot für sie anders anfühlt.

Wir haben ein Konzept entwickelt, welches die Bedürfnisse unserer Zielgruppe authentisch bedient und den Jugendlichen das bietet, was sie für ihre positive Entwicklung benötigen.

Was bei Kindern sicherlich sinnvoll ist und funktioniert, lässt sich auf entkoppelte junge Volljährige nicht übertragen. Wir können viele Standards der klassischen Jugendhilfe nicht in unsere Systematik adaptieren, da diese nicht zu unserer notwendigen Arbeitsweise passen. Viele der Standards stellen aus unserer Erfahrung den Grund dafür dar, dass die betroffenen Jugendlichen durch die Jugendhilfe bisher nicht erreicht werden konnten.

Daher haben wir keine Leistungsvereinbarung, keine Entgeltvereinbarung und keine allgemeine Betriebserlaubnis verhandelt.

Dennoch arbeiten wir gerne mit ausgewählten Jugendämtern zusammen, in dem wir Einzelvereinbarungen auf der Basis von Fachleistungsstunden treffen. Bei dieser partnerschaftlichen Zusammenarbeit ist uns folgendes wichtig:

  • Der Glaube an den Jugendlichen
  • Einen langen „Atem" bei der Hilfe
  • Mut, etwas Neues zu wagen
  • Rückgrat und gegenseitiges Vertrauen
  • Zusammenhalt auch in Krisen
  • Arbeiten auf Augenhöhe mit allen Beteiligten
  • Wertschätzung der geleistete Arbeit aller Beteiligten
  • Teilung des gemeinsamen Erfolges
Auf Wunsch Konzept anfordern.

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Unterschied zur klassischen Jugendhilfe

Pädagogik

Der größte Unterschied zur klassischen Jugendhilfe liegt in der Arbeitsweise mit den Jugendlichen unserer Zielgruppe. Unser primärer Ansatz ist daher nicht Erziehung, Kontrolle und Aufsicht, sondern „erst mal machen lassen“ und verlässliches Coaching. Wir verstehen uns nicht als Erzieher, sondern als Lotsen. Dadurch fühlen sich die Jugendlichen nicht „von außen“ kontrolliert und eingeschränkt und können anhand der Reflexion ihres eigenen Verhaltens lernen und sich verändern. Dennoch haben wir verlässliche Strukturen und Regeln, welche von den Jugendlichen verstanden und akzeptiert werden, da sie jeden einzelnen auch schützen.

Bindung

Ein weiterer großer Aspekt ist das gegenseitige Vertrauen und das Begegnen auf Augenhöhe. Um an entkoppelte Jugendliche überhaupt noch heranzukommen, ist eine professionelles Nähe/Distanz-Verhältnis erforderlich. Professionell bedeutet bei uns aber nicht, dass dies nur aufgesetzt ist und rein der Arbeit dient. Bei uns sind die Beziehungen authentisch und nicht „eingekauft“. Unser Team gibt auch in Krisen Halt und Orientierung, lässt die jungen Menschen an sich ran. Das erfordert Mut zur langfristigen Verantwortung, die wir gerne und aus tiefster Überzeugung übernehmen. Wir arbeiten in sehr kleinen Gruppen und können so sehr individuell auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen. Ebenso können wir Rückschläge verkraften und werfen einen Jugendlichen nicht raus, wenn er beispielsweise „Mist“ baut oder mit Drogen rückfällig wird.

Jugendhilfe ist eine Hilfe auf Zeit; auch bei uns. Dieser Ansatz führt jedoch bei der klassischen Jugendhilfe oft dazu, dass bei den jungen Menschen kein Heimatgefühl aufkommt. Das Heim“ ist Durchgangsstation, Zweckgemeinschaft, ein System. Unsere Gemeinschaft kann, wenn es der junge Mensch möchte, auf Dauer bestehen; auch außerhalb der Hilfe. Das „Heim“ wird so zum Zuhause.

Team

Anders, als in der klassischen Jugendhilfe kommen unsere Mitarbeiter nicht rein aus dem pädagogischen Bereich, sondern aus unterschiedlichen Berufsfeldern. Wir haben gelernt, dass das Prädikat „pädagogische Fachkraft“ kein Garant für eine gute Qualität in der Jugendarbeit ist. Vielmehr ist der Mix aus erfahrene Persönlichkeiten verschiedener Bereiche sehr wertvoll für die Arbeit mit unserer Zielgruppe. Wir unterliegen keinem pädagogischen Fachkräftegebot. Es wird uns daher bei der Personalwahl kein Titel der Ausbildung vorgeschrieben. Somit können wir unsere Fachkräfte anhand der tatsächlich benötigten und mitgebrachten Fähigkeiten aussuchen. Unser Team zeichnet sich daher durch eine Vielfalt an bodenständigen Persönlichkeiten mit zahlreichen Qualifikationen, Fähigkeiten und Kontakten aus. Vereint sind wir durch unsere gemeinsamen Werte.

Unsere Mitarbeiter haben in ihrem Leben etwas erreicht und können entsprechende Werte an die junge Generation weitergeben. Die Jugendlichen finden in den Erwachsenen Vorbilder, wenn sie beispielsweise erleben, wie wir Erwachsene Musik produzieren, eine Mauer hochziehen oder einen Verstärker reparieren.

Zusätzlich arbeiten wir eng mit Experten z.B. aus dem Sucht-, Schul- und Ausbildungsbereich zusammen.

Wir binden bei der Freizeitgestaltung gerne auch stabile ehemalige Teilnehmer mit in die Arbeit ein. Sie haben einen besonders authentischen Bezug zu unserer Zielgruppe und flankieren unsere Arbeit.

Ängste

Die klassische Jugendhilfe hat durch verschiedene Vorfälle der Vergangenheit große Probleme mit Kindeswohlgefährdung. Die dadurch entstehende, oftmals durch Angst geprägte Arbeitsatmosphäre schränkt die Handlungsfähigkeit mit entkoppelten Jugendlichen stark ein. Jegliche Handlungsunsicherheit ist ein großes Problem, da sie das zarte Vertrauen und die Verlässlichkeit sofort zerstört.

Es ist besonders wichtig, dass die Jugendlichen eigene Erfahrungen machen können, die sie an ihre Grenzen bringen. Unser Ansatz ist es, das Verhalten der Jugendlichen zu reflektieren, sie notfalls aufzufangen und Hilfe anzubieten. Dies bedeutet konkret:

  • Möchte man „entkoppelten“ Jugendlichen helfen, muss man sie zunächst so annehmen, wie sie sind. Hier ist es wichtig, vermehrt Chancen zu sehen und nicht nur die Probleme und Risiken, welche die „Neuen“ in die Gruppe tragen.

  • „Entkoppelte“ junge Volljährige können nicht rund um die Uhr Tag und Nacht beaufsichtigt werden. Sie müssen auch selber auf sich aufpassen können. Durch die gute Vernetzung in der Nachbarschaft und bei den Ordnungsbehörden erhalten wir hier eine gute Rückkopplung. So können wir eingreifen, wenn etwas schief läuft.

  • Auch ist es nicht sinnvoll, dass ihnen „alles hinterher getragen“ wird. Sie müssen lernen, dass sich beispielsweise Sauberkeit und Ordnung lohnen. Wenn mit der Wäsche nicht sachgerecht umgegangen wird, hat man nichts mehr anzuziehen. Schlechter Umgang mit Geld führt zu einem leeren Kühlschrank.

  • Es muss nicht alles perfekt sein. Wenn die Jugendlichen unserer Zielgruppe ihr Wohnumfeld selber aufbauen und gestalten, schätzen sie es mehr. Wir halten nicht viel von „hotelzimmerähnlichen“ Zuständen. Eine einfache Matratze kann zu Beginn an ausreichen, bis das Bett gebaut ist.

  • Wenn der Jugendliche etwas mutwillig zerstört, muss er merken, dass dies persönliche Konsequenzen hat, die sein unmittelbares Wohlbefinden einschränken. Dies könnte beispielsweise bedeuten, dass eine zerstörte Zimmertür zunächst nicht wieder seitens eines „technischen Dienstes“ ersetzt wird. Es gibt dann erst mal keine. Dies kann jedoch nur funktionieren, wenn seitens der Behörden keine „baulichen Mängel“ erhoben werden. Der Jugendliche soll in die Lage einer Wiedergutmachung kommen und an der Reparatur mitwirken.

  • Sucht ist eine Krankheit, die nicht durch Verbote geheilt werden kann. Auch ein  „Wegsehen“ ist keine Lösung. Eine Suchtproblematik bedeutet herbe und teils kollektive und tiefe Rückschläge, mit denen sich Jugendliche und Betreuer im Rahmen einer Therapie offen auseinandersetzen müssen. Dies kann nur gelingen, wenn dem Träger seitens der Behörden keine „Drogenproblematik“ angekreidet wird.

  • Es kann sinnvoll sein, einen Jugendlichen wegen seines Verhaltens aus der Gruppe auszugrenzen. Im Extremfall kann diese Ausgrenzung bedeuten, dass der Jugendliche zeitweise wieder auf der Straße landet. Wir halten in diesen Fällen jedoch immer die Kommunikation offen.

  • Manchmal benötigt ein Jugendlicher seinen persönlichen Freiraum und taucht Monate lang unter. Auch das halten wir aus und können die Tür dennoch offen lassen, ohne dass wir gleich eine Vermisstenmeldung absetzen müssen oder ein Jugendamt „den Hahn abdreht“.

Wir haben eines immer fest im Blick und dafür stehen wir ein: „Das Wohl des jungen Menschen, der sich uns anvertraut.“ Jedes (pädagogische) Handeln sollte daher am Ende die Rechte, Interessen und Bedürfnisse des Jugendlichen im Zentrum haben.


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